Sachsen gibt 806 Millionen Euro für die Forschung in Leipzig

 

LVZ, 07.04.2017

Sachsen gibt 806 Millionen Euro für die Forschung in Leipzig

Freistaat stockt Gelder auf / Zuwachs bis Ende 2018 um zwölf Prozent

 

VON ANDREAS DEBSKI

LEIPZIG. Der Freistaat Sachsen stärkt den Wissenschaftsstandort Leipzig: In diesem und im nächsten Jahr werden insgesamt 805,8 Millionen Euro an die Hochschulen und Institute fließen. Im Vergleich zum Doppelhaushalt 2015/16 ind das zwölf Prozent mehr. Daneben gibt es 62 Millionen Euro für Baumaßnahmen, eine Verdreifachung der Mittel. Das geht aus einer Statistik hervor, die der SPD-Hochschulexperte Holger Mann für die LVZ erstellt hat. Sein Fazit lautet: „Für die nächsten Jahre ist eine weitere gute Entwicklung zu erwarten. Die Wissenschaftsregion Leipzig gewinnt an Bedeutung.“ Durch das Geld können Tausende Arbeitsplätze gesichert werden – und noch weitere Stellen hinzukommen.
Mit 323 Millionen Euro erhält die Universität Leipzig den größten Anteil. Hier werden bereits die Kapazitäten für die Lehrer-Ausbildung aufgestockt und auch 20 neue Medizin-Studienplätze geschaffen. Zudem wird der Studiengang Pharmazie erhalten und die Juristenfakultät als künftig einziger Standort in Sachsen deutlich ausgebaut. Für die Hochschulmedizin gibt der Freistaat 177,7 Millionen Euro. „Leipzig hat sich zu einem Zentrum der Daseinsvorsorge entwickelt“, macht Holger Mann klar. Doch nicht nur das: Auch die Wissenschaft in eher technischen Bereichen und in der Grundlagenforschung wird kräftig unterstützt. Beispiele sind neben der Universität die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (68,8 Millionen Euro), die Leibniz-Institute (66,4), die Helmholtz-Zentren (14) und der Neubau des Deutschen Biodiversitätszentrums an der Alten Messe (25) des Deutschen Biodiversitätszentrums an der Alten Messe (25).
„Der Freistaat entwickelt den Wissenschaftsstandort Leipzig unter anderem mit einer stetig steigenden Finanzierung kontinuierlich weiter“, erklärt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Das gelte sowohl für die Grundfinanzierung als auch für eine bessere bauliche und technische Ausstattung. „In der Stadt gibt es neben sehr anerkannten Hochschulen auch viele Forschungseinrichtungen, die das Niveau bundesweit und international mitbestimmen. Wir werden die Förderung kontinuierlich auf hohem Niveau weiterentwickeln, gerade weil die Region Leipzig wegen ihrer Wirtschaftsstärke nicht mehr für EU-Förderung in voller Höhe infrage kommt.“
Der Wissenschaftsraum Dresden erhält vom Freistaat bis Ende 2018 zwar 300 Millionen Euro mehr als Leipzig – die Landeshauptstadt wurde aber von der EU als wirtschaftlich schwächer eingestuft, was sich auf die Förderhöhen auswirkt, und hat zudem mit 37 700 Studierenden etwa 5500 mehr als Leipzig. Das spiegelt sich letztlich bei den zu finanzierenden Stellen wider: Im Städtevergleich haben die Leipziger Hochschulen etwa 800 Stellen weniger. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündigte gestern zusätzlich ein 150 Millionen Euro schweres Programm für Innovationen in strukturschwachen Regionen an, das bis Ende 2019 speziell auf Ostdeutschland zugeschnitten ist.
„Die Universität Leipzig und die gesamte Wissenschaftsregion sind eindeutig wieder auf Wachstumskurs. Dafür ist die Unterstützung des Freistaats ein wichtiger Faktor, aber natürlich nicht der einzige“, lobt Uni-Rektorin Beate Schücking. So verzeichne ihre Hochschule im Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft die höchste Steigerungsrate unter allen deutschen Universitäten und sei die Werbung von Drittmitteln binnen zehn Jahren auf 131 Millionen Euro fast verdreifacht worden. „Zusammen mit den starken außeruniversitären Einrichtungen leisten wir einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region – nicht zuletzt natürlich durch die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.“

Foto: istock. 

 

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